Wettkampfvorbereitung

Unter der „unmittelbaren Wettkampfvorbereitung“ (UWV) versteht man die letzten beiden Wochen vor einem Hauptwettkampf. In dieser Phase wird „getapert“ (englisch: sich zuspitzen), was soviel bedeutet wie: die Umfänge nehmen kontinuierlich ab, die Intensität beschränkt sich auf kurze Belastungen. So sollte beispielsweise der letzte lange Lauf vor einem Marathon 2 Wochen vor dem Rennen stattfinden, damit der Körper genug Zeit hat sich zu regenerieren. Aus trainingsphysiologischer Sicht ist die UWV ein sehr wichtiger Zeitraum. Es wird in dieser Phase kein Leistungszuwachs mehr angestrebt, sondern das Hauptaugenmerk gilt der Regeneration. Wer in dieser Zeit zu viel oder zu intensiv trainiert riskiert es, die gesamte Vorbereitung aufs Spiel zu setzen.

 

Erfahrungsgemäß ist es für die meisten Läufer schwierig nach umfangreichen Wochen das Training drastisch zurückzuschrauben. Der Körper und auch der Kopf haben sich an das harte Training gewöhnt und reagieren mit „Entzugserscheinungen“. Ein typisches körperliches Symptom ist beispielsweise eine extreme Müdigkeit, die die Vorstellung einen Marathon zu laufen kaum zulässt. Die Reaktion des Körpers ist völlig normal und sollte nach 5-7 Tagen abklingen. Ein häufig zu findendes mentales Symptom der Entlastung vor einem Rennen ist die Vorstellung langsam und dick zu werden. Letzteres kann in beschränktem Maße auch eintreten, wenn man die Menge der aufgenommenen Nahrung nicht dem jetzt geringeren Kalorienbedarf anpasst. Der Vorstellung langsam zu werden muss jedoch vehement widersprochen werden: das Gegenteil ist der Fall! Nur wer gut regeneriert ist, kann auch schnell laufen!

 

In der unmittelbaren Wettkampfvorbereitung sollte man der Ernährung besonderes Augenmerk schenken. Jetzt ist die Zeit dafür zu sorgen, dass der Mineralstoff- und Spurenelementehaushalt ausgeglichen ist. Dies gelingt am besten mittels natürlicher Nahrungsmittel (frisches Obst und Gemüse) und nicht mittels Nahrungsergänzungsmittel aus der Apotheke. Um die körpereigenen Kohlenhydratspeicher (Glykogenspeicher) optimal zu füllen, besteht die Möglichkeit der sogenannten (abgeschwächten) Saltindiät. Dabei sollte die Nahrung vom 7. bis 4. Tag vor dem Rennen eiweissreich, fettarm und kohlenhydratarm sein, vom 4. Tag vor dem Rennen bis zum Rennen kohlenhydratreich, fett- und eiweissarm. Durch den Superkompensationseffekt erreicht man ein Auffüllen der Glykogenspeicher die über das normale Maß hinaus geht. Dadurch ist es möglich über einen längeren Zeitraum das Glykogen zur Energiebereitstellung heranzuziehen was mit höherem Puls und Tempo gleichzusetzen ist.

 

Vor allem in den letzten Tagen vor dem Rennen sollte man auf einen ausgeglichenen Flüssigkeitshaushalt achten. Wichtig ist in diesem Zusammenhang ausreichend aber nicht zu viel zu trinken. Durch ein Übermaß an Flüssigkeit besteht die Gefahr, dass wichtige Mineralstoffe und Spurenelemente wieder ausgespült werden.

 

Schlaf ist die beste Regeneration! Aus diesem Grund sollte in der letzten Woche vor dem Wettkampf auf genügend Schlaf geachtet werden. Wer in der letzten Nacht vor dem wichtigen Ereignis kaum und nur schlecht schläft, braucht jedoch keine Auswirkungen auf seine Leistungsfähigkeit befürchten. Untersuchungen haben ergeben, dass die vorletzte Nacht vor dem Rennen entscheidend ist.