Tapering

Der Begriff "to taper" kommt aus dem Englischen und bedeutet so viel wie "sich zuspitzen". In der Trainingslehre ist damit der Zeitraum unmittelbar vor einem wichtigen Wettkampf gemeint. Die Taperingphase dauert in der Regel bei Mittel- und Langdistanzwettkämpfen 10 bis 14 Tage, bei Sprint- und Kurzdistanzen 5 bis 7 Tage. Die Dauer der unmittelbaren Wettkampfvorbereitung ist abhängig vom Trainingszustand und der damit verbundenen Regenerationsfähigkeit des einzelnen Sportlers. In der Regel ist die Taperingphase umso kürzer, je besser trainiert der Sportler ist. Kennzeichen des Taperings ist das kontinuierliche Abnehmen der Trainingsumfänge und –intensitäten. 2 bis 3 Tage vor einer Langdistanz reichen beispielsweise 15 bis 20 Minuten Laufen bereits aus. Wichtig sind kurze, alaktazide (ohne Übersäuerung der Muskulatur) Belastungen in jeder Disziplin, damit der Körper weiterhin leistungsbereit bleibt und nicht in einen "Ruhemodus" verfällt. Konkret würde man bei einem 20 minütigen Lauf beispielsweise 3 mal 1 Minute den Puls in die Höhe treiben.

Leider neigen zahlreiche Athleten dazu, den mühsam erworbenen guten Trainingszustand in den letzten beiden Wochen vor einem wichtigen Wettkampf aufs Spiel zu setzen, in dem sie zu viel und zu hart trainieren. Es ist ein Trugschluss zu meinen, man könne kurz vor einem Rennen noch Trainingsrückstände etwa aufgrund von Verletzungen aufholen. Der Leitsatz sollte hier sein: "Lieber zu wenig, als zu viel trainiert!"